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Vorbereitung auf den Rollout der Telematik-Infrastruktur

| Marabu-Redaktionsteam | Aus der Branche

Vernetzung

Erste Hinweise für Krankenhäuser

Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Psychotherapeuten und Apotheken miteinander vernetzen und eine sichere Infrastruktur für den Austausch wichtiger Patientendaten bereitstellen – das soll die Telematikinfrastruktur (TI) leisten. Lange wurde der Rollout immer wieder verschoben, doch mittlerweile hat der Anschluss von Arztpraxen an die sogenannte „Datenautobahn“ des Gesundheitswesens begonnen. Laut Ärztezeitung waren im April bereits mehr als 10.000 Praxen in der TI, Krankenhäuser sind allerdings noch in der Warteschleife. Im ersten Quartal 2019 liegt nach Aussage der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft (DKG) frühestens die vollständige Produktpalette (Hard- und Software) für Krankenhäuser vor, die medizinische Anwendungen der TI erlaubt.

Nichts desto trotz sollten sich Krankenhäuser bereits auf die Anbindung an die Telematikinfrastruktur vorbereiten. Die DKG will dazu begleitend eine Reihe von Hinweisen herausgeben, die jeweils einzelne Themen oder aktuelle Entwicklungen darstellen. Der erste Hinweis, der auf der Webseite der DKG veröffentlicht wurde, gibt eine kurze Einführung in den aktuellen Stand der Telematik-Infrastruktur, skizziert, welche Maßnahmen in den Krankenhäusern geplant werden sollten und beschreibt kurz die aktuellen Aktivitäten.

Vorbereitung auf die elektronische Patientenakte in der TI

Ein Kapitel beschreibt beispielsweise die beiden geplanten Anwendungen Elektronische Patientenakte und Elektronisches Patientenfach, bei denen jeweils der Patient die Hoheit über die Daten haben soll. Insbesondere im Bereich der Anamnese und des Tele-Monitorings könnten diese Anwendungen eine besondere Bedeutung entfalten. Laut DKG werden nach jetziger Kenntnis für die Implementierung der Primärsystem-Clients auf Seiten der Krankenhäuser folgende Komponenten benötigt:

  1. Die Visualisierung einer Akte inkl. der Möglichkeit unterschiedliche Sichten zu definieren oder in der Akte zu suchen sowie der Möglichkeit, Dokumente aus der Akte in die interne Patientenakte zu übernehmen,
  2. eine Möglichkeit, zusammen mit dem Versicherten die Rechte auf der Akte anzupassen oder Dokumente zu löschen (dies kann in die Oberfläche aus 1 integriert sein),
  3. eine Möglichkeit, Dokumente in der Patientenakte im KIS zu markieren, so dass diese in die EPA oder das EPF übernommen werden,
  4. ein Modul, das entsprechend vorher definierter Regeln Dokumente automatisch in EPA oder EPF einstellt, sobald diese in freigegebener Fassung vorliegen (nur so lässt sich z. B. die automatische Einstellung von Entlassbriefen oder Befunden organisieren, ohne dass manuell eingegriffen werden muss),
  5. die automatische Überwachung von Akten, damit bei neu eingehenden Informationen entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können (für das Tele-Monitoring, aber auch falls während der Behandlung neue Unterlagen von anderen an der Behandlung beteiligten Personen eingestellt werden).


Einführungsprojekt in Krankenhäusern sinnvoll

Nach Ansicht der DKG ist durch die universelle Nutzbarkeit und die Sicherheitsanforderungen der TI ein großer Teil der internen IT-Infrastruktur im Krankenhaus betroffen. Zusätzlich entstehen mit den medizinischen Anwendungen komplett neue Prozesse, so dass in jedem Krankenhaus ein Einführungsprojekt aufgesetzt werden müsse. Die anstehenden Teilaufgaben hat die DKG in ihrem Hinweis-Dokument als erste Information aufgelistet, detailliertere Hinweise sollen folgen.

Weitere Informationen:

Die detaillierten Hinweise stehen als Download auf der Webseite der DKG zur Verfügung: https://www.dkgev.de/dkg.php/cat/118/aid/36611/title/Vorbereitung_auf_den_Rollout_der_Telematik-Infrastruktur_-_Erste_Hinweise_

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