08.06.2010
Der Marabu-Kunde Städtische Klinikum München GmbH (StKM)
hat Ende 2008 als einer der ersten Klinikverbünde ein Pilotprojekt für eine
elektronische Fallakte (eFA) gestartet, die auf den eFA-Spezifikationen Version
1.2 des Fraunhofer Instituts für Software und
Systemtechnik (ISST) basiert. Die Anwendung soll zunächst zwischen dem StKM und
einer definierten Anzahl klinikinterner und -externer medizinischer Nutzer den
elektronischen Austausch medizinischer Dokumente in der integrierten Versorgung
von Patienten mit Kolorektalkarzinomen ermöglichen. Seit März 2010 wird jetzt
erstmals mit Echtpatienten gearbeitet, um auch den klinischen Ablauf im Umgang
mit der Fallakte zu erproben.
„Momentan haben wir circa 20 Fallakten zu
Kolorektalkarzinomen, die sehr viele unterschiedliche Dokumente beinhalten und
allen an der Behandlung Beteiligten über ein gesichertes Online-Portal zur
Verfügung gestellt werden. Das Verfahren entspricht vollumfänglich den
Anforderungen des Landesdatenschutzes ohne auf einer speziellen Sonderlösung zu
beruhen.“, berichtet Dr. Winfried Seibert, Stellvertretender Leiter Klinische
Systeme im StKM. Bereits in der laufenden Testphase sei deutlich spürbar, dass
der Ablauf zwischen klinikinternen und -externen Organisationen, die gemeinsam an
einem Behandlungsfall arbeiten, schneller und transparenter geworden ist. Es
zeigt sich, dass selbst mit einer einfachen Integration der Fallakte in das
Digitalarchiv die stationären Dokumente ohne zusätzliche, manuelle Eingriffe
den mit behandelnden externen Praxen zur Verfügung gestellt werden können.
Als Dokumentenarchiv für die Fallakten dient das PEGASOS Archiv der StKM GmbH. Über eine offene WebServices-Schnittstelle können klinikexterne Einrichtungen ihre Dokumente für eine Fallakte in das PEGASOS Archiv einstellen. Im Klinikum wurde die eFA von Marabu direkt in die PEGASOS Patientenakte integriert, um den Zugriff für die Anwender so einfach wie möglich zu gestalten. Dafür wurden die eFA-Autorisierungsmechanismen eingebunden und die Zuordnung der Fallakten zu den jeweiligen Patienten ermöglicht. Letzteres geschieht bisher manuell, solange es noch keine Gesundheitskarte gibt.
Nach der Zuordnung der Fallakten können berechtige Anwender direkt über die Patientensuche im klinischen Arbeitsplatzsystem auf die elektronische Patientenakte sowie die eFA-Dokumente zugreifen. Darüber hinaus können sie über entsprechende PEGASOS Funktionen automatisch und manuell Dokumente des Klinikums in die eFA einstellen und damit einfach und schnell für andere Berechtigte freigeben. Anders herum können auch Dokumente aus der eFA manuell in die PEGASOS Patientenakte des Klinikums übernommen und revisionssicher archiviert werden.
Bei einem weiterhin erfolgreichen Verlauf der Testphase mit Echtpatienten ist der Übergang in den Routinebetrieb zum Ende des Jahres 2010 geplant. Weitere Zukunftspläne der StKM GmbH beinhalten die Nutzung von „KV SafeNet“-Anmeldungen für die Anmeldung an den eFA Diensten sowie die Ausweitung der Fallakten-Nutzung auf andere Behandlungsfelder wie Herzkatheder, Dermatologie und integrierte Versorgung mit Ärztenetzen.